Narbenbehandlung und Neuraltherapie

Die Neuraltherapie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, bei der ein schwach dosiertes Betäubungsmittel in bestimmte Hautpartien eingespritzt wird.

Körperliche Beschwerden, die durch ein Störfeld (z.B. durch eine Narbe) entstanden sind, können damit oft erstaunlich schnell geheilt oder gelindert werden.

Was sind Störfelder?

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Störfelder sind krankhaft veränderte Gewebebezirke, die dauernd feinste Impulse an das vegetative Nervensystem aussenden. Diese ständig wiederkehrenden Reize können mit der Zeit im Körper Beschwerden verursachen. Störfelder entstehen oft nach operativen Eingriffen, Verletzungen

oder Infektionen. Die häufigsten sind somit Narben (auch die kleinsten, kaum sichtbaren), krankhafte Zähne, (operierte) Mandeln, gereizte Nasen-Nebenhöhlen, das kleine Becken der Frau, Fremdkörper und Bakterienherde.

 
 
  • Neuraltherapie hilft bei:
  • Wo ist die Neuraltherapie unwirksam

Bei welchen Beschwerden kann Neuraltherapie helfen?

  • Fast alle akuten Schmerz- und Entzündungszustände
  • Schmerzen des Bewegungsapparates
    (z.B. Arthrose und Arthritis)
  • Entzündungen und Schmerzen von
    Muskeln und Sehnen
    (z.b. Tennis oder Golferellenbogen)
  • Entzündungen von Nerven
    (z.B. Trigeminusneuralgien, Herpes zoster etc.)
  • Chronische Erkrankungen mit Verdacht auf Störfelder
  • Nachbehandlungen bei Traumen, OPs etc.
 

Neuraltherapie kann nur dann wirken, wenn das Gewebe regenerationsfähig ist. Ist dagegen bereits Gewebe zerstört oder ein Organ verändert, wie zum Beispiel bei Gallensteinen oder Tumoren, ist in der Regel kein wesentlicher Effekt durch die Neuraltherapie zu erhoffen.

Ebenfalls keine Wirkung ist zu erwarten bei Geisteskrankheiten, erblich bedingten Leiden, Gehirnerkrankungen, bei versteiften Gelenken oder fortgeschrittenen Infektionskrankheiten.
 
 

Wie wirkt die Neuraltherapie?

Die normale Nervenzelle weist an ihrer äußeren Hülle eine elektrische Ladung von etwa 90 Millivolt auf. Krankhafte Veränderungen senken das Energieniveau, die Nervenzelle verliert ihre Stabilität und beginnt unkontrollierte Reizsignale an die Umgebung auszusenden. Wie ein Störsender den Empfang eines Radiosignals behindern kann, wird «Sprache» unseres Nervensystems nur noch als krächzend wahrgenommen, wie bei einem schlecht eingestellten Mittelwellensender.

In der Neuraltherapie wird gezielt ein lokales Betäubungsmittel eingespritzt (meistens Procain oder Lidocain), welches die störenden Nerven ausschaltet. Dies geschieht mit Hilfe von Quaddeln (kleinen Einspritzungen in die Haut). Damit werden zwei Vorgänge eingeleitet: Der«Störsender» wird augenblicklich teilweise oder gänzlich ausgeschaltet.

Der Körper wird von den Störsignalen befreit, die «Sprache» erklingt wieder in «digitaler», hoher Qualität.

Das lokale Betäubungsmittel bewirkt, wie vom Zahnarztbesuch her bekannt ist, eine lokale Anästhesie. Die Stelle wird unempfindlich. Die Nervenzelle verliert ihre (krankhaft veränderte) elektrische Ladung und wird ruhig gestellt.

In den nächsten Stunden  – so lange wirkt das Betäubungsmittel – hat die Nervenzelle Gelegenheit, zu regenerieren und Energie aufzutanken. Nach dem Abklingen der Anästhesie baut sie wieder eine gesunde und stabile elektrische Ladung auf. Ist einmal das verantwortliche Störfeld identifiziert und neuraltherapeutisch ausgeschaltet, kann die Heilung innerhalb kurzer Zeit eintreten.

Dies wird dann als "Sekundenphänomen nach Huneke" bezeichnet, benannt nach dem Entwickler der Neuraltherapie.